Interview: Azubis als billige Arbeitskraft in den Impfzentren des Klinikum Stuttgarts

Veröffentlicht am: 22. Januar 2021
Dieser Beitrag wurde in unserer Kategorie "Stuttgart" veröffentlicht

Als SDAJ Stuttgart hatten wir die Möglichkeit, ein Interview mit Azubi Diana (Name geändert) zu führen. Sie arbeitet im Klinikum Stuttgart und ist Mitglied der „Kommunistischen Organisation“. Sie berichtete uns von der Arbeit im Impfzentrum, dem Chaos, warum es für Azubis frustrierend ist dort eingesetzt zu werden und warum sie dort nichts lernen.

Wie werden Azubis im Impfzentrum eingesetzt und kann hierbei von Ausbildungsqualität die Rede sein?

Azubis erhalten üblicherweise, um die Ausbildungsqualität aufrechtzuerhalten Praxisanleitung auf Station. Sie sollten mind. 2h /Woche auf Station Anleitung erhalten. Damit soll gewährleistet werden, dass sie zumindest in dieser Zeit nicht nur die fehlenden Stellen füllen, sondern gerecht ihres Lernstandes angeleitet werden. Jetzt heißt es Azubis sollen auf den Impfstationen aushelfen. Dabei ist klar, dass sie in dieser Zeit keine Anleitung gemäß Lehrplan erhalten. Auch die Tätigkeiten, die sie bisher erfüllen, entsprechen nicht den Lehrplaninhalten. Sie sollen zum Beispiel Daten der zu impfenden Bürger aufnehmen, sie an die richtige Stelle weiterleiten und ihnen den Ablauf erklären. Von Ausbildungsrelevanten Inhalten keine Spur.

Wie finden das die Azubis?

Viele waren zu Beginn verunsichert und auch verängstigt, da die Information von der Leitung der Berufsakademie sehr plötzlich kam. Zuerst wurde auch nach Freiwilligen gefragt. Dann war die Rede von Schattendienstplänen und dass sie sich flexibel den Arbeitszeiten anpassen sollen. Auch die Stationen waren mit dieser Info überfordert, da die Azubis von diesen abgezogen werden mussten und viele Stationen die Azubis als Arbeitskraft miteinplanen (auch wenn Azubis laut Regelung nicht als Vollkraft eingeplant werden dürfen, ist die Realität anders). Aktuell ist die Lage sehr diffus und das ist für die Meisten sehr frustrierend. Vor allem, weil immer noch unklar ist, für wie lange sie dort aushelfen sollen. Auszubildende, die kurz vor dem Examen sind, sollten nicht oder nur für wenige Tage aushelfen. Alle anderen Azubis sollen maximal zwei Wochen eingesetzt werden. Doch jetzt schon heißt es, dass der Einsatz verlängert werden soll. Das verunsichert viele Auszubildende und sorgt auch für Frust.

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Dieser Artikel ist auf der „Jugendseite“ der SDAJ Stuttgart in der „Roten Spritze“ der DKP Stuttgart erschienen. Die Rote Spritze ist die Zeitung des „Brachenaktivs Gesundheitswesen“ der DKP Stuttgart. Die ganze „Rote Spritze“ mit unserer Jugendseite kannst du auf der Webseite der DKP Stuttgart lesen.

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